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Welche Musik-Trends erwarten uns 2021?

AEG StereoanlagenDie Zeitenwende geht auch an der Musikwelt nicht spurlos vorbei. In den letzten Jahren hat sich der Sound signifikant weiterentwickelt. Neue Klangkonzepte zeigen dabei einen Musiktrend mit zwei akustischen Gesichtern. Eines davon offenbart die unglaubliche Experimentierfreude moderner Künstler. Das andere sucht nach dem musikalischen Ursprung und stößt dabei bis zu den Anfängen der menschlichen Klangkunst vor. Was das Jahr 2021 in Sachen Musiktrends verspricht? Auf jeden Fall scheint es ein spannender Mix aus visionärem Future-Sound und traditionellem Kulturgut zu werden.

Trap und Trip-Hop – Wenn Hip-Hop auf EDM trifft

Welche Musik-Trends erwarten uns 2021?Es fällt auf, dass sich unter den deutschen Nummer-eins-Hits 2020 äußerst viele Hip-Hop Künstler und Rapper tummeln. Ein Stil, der sich dabei nicht nur in Deutschland, sondern auch global zum echten Chartstürmer entwickelt, ist Trap. Das Hip-Hop-Subgenre zeichnet sich ähnlich wie Trip-Hop durch eine Mischung aus Rap und elektronischer Musik aus. Während beim Trap der Rap überwiegt, ist beim Trip-Hop der Elektrosound dominant. Eigentlich gibt es beide Genres schon seit den 1990er-Jahren. Allerdings finden sie gerade jetzt dank ausgefeilter Musikelektronik und Musikprogrammen für den Computer zur Vollendung. Derzeit sehr beliebte Vertreter sind diesbezüglich:

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  • Apache 207
  • Gucci Mane
  • Kid Kudi
  • Loredana
  • Post Malone
  • Skrillex
  • The Weekend
  • Ufo361

In der Hip-Hop Szene ist man über die neuerlichen Entwicklungen des Genres bisweilen geteilter Meinung. Während einige Trap und Trip-Hop als revolutionäre Erneuerung des nun doch schon 50 Jahre alten Zögling aus Funk und Soul feiern, beklagen vor allem Oldschooler eine Aufweichung des Hip-Hop Sounds. Das ist übrigens ein Diskussionspunkt, der viele neue Musiktrends betrifft. Denn Electronic Dance Music (kurz: EDM) lässt mittlerweile viele musikalische Stilrichtungen sehr ähnlich klingen. Das vor allem, wenn es an innovativen Drittkomponenten fehlt.

Vor- und Nachteile von elektronischer Musik:

  • viele akustische Spezialeffekte möglich
  • zeitgenössische Musik mit modernem Klangbild
  • je nach Genrekombination diverse neue Klangkonzepte möglich
  • klingt mit den richtigen Lautsprechern und einem Subwoofer auch in den eigenen vier Wänden toll
  • “echte” Musik durch live gespielte Instrumente rückt in den Hintergrund
  • Originalsound wird durch elektronische Tools künstlich verzerrt
  • wirkliches Musiktalent des Künstlers oft nicht ausschlaggebend

Into the Future – Von Heavy Psych und Space Rock

Die Rock und Metal Szene pfeift es bereits wie Spatzen von den Dächern: Back to the Roots bedeutet hier derzeit eine Besinnung auf die Anfänge des Rock Genres. Und die liegen in den 60er und 70er Jahren. Legendäre Künstler wie Jimi Hendrix, Pink Floyd und Jefferson Airplane markierten damals einen Sound, der als Psychedelic Rock in die Geschichte eingehen sollte. Psychedelische Riffs charakterisierten eine Klangsphäre, die zwischen orientalischer Ekstase und spacigem Ambiente schwebte.

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Gerade der Space-Aspekt wird heute vielseitig wiederentdeckt und Tochter Genres des Psychedelic Rock wie Heavy Psych, Space Rock, Krautrock und Psychedelic Metal feiern Hochkonjunktur. Dabei konstatierten Bands wie

  • Elder,
  • Hadal Sherpa,
  • Hidria Spacefolk,
  • King Buffalo,
  • Mother Engine,
  • Oranssi Pazuzu,
  • The Cosmic Dead
  • oder The Waste of Space Orchestra

in den letzten Jahren einen Sound, der die würdige Nachfolge des Oldschool Psych antreten kann. Teilweise angereichert mit einer ordentlichen Portion Synth heißt es auf zu kosmischen Sphären. Im nebularen Dunstkreis dieser akustischen Reise durch den stellaren Raum wurde jüngst sogar ein neues Subgenre geboren: Psychedelic Metal. Pate stand hier die finnische Metalband Oranssi Pazuzu. Diese hat nun schon einige Jahre mit der Hybridisierung von Black Metal und Psychedelic Rock zugebracht.

2019 entstand dann aus einer Kollaboration mit der ebenfalls aus Finnland stammenden Doom Band Dark Buddha Rising das Bandprojekt The Waste of Space Orchestra, dessen Debütalbum “Syntheosis” einschlug wie ein Asteroid. Psychedelischer Metal der schwärzesten Sorte und ein einzigartiges Klangwerk, das gewissermaßen das galaktische Chaos vertont. Ein weiterer Nebenspross dieser hochgelobten Zusammenarbeit war außerdem das 2020 erschienene Album von Oranssi Pazuzu “Mestarin kynsi” (zu deutsch: Der Nagel des Meisters). Hörer, die bislang noch an der Existenz von Psychedelic Black Metal gezweifelt haben, werden mit diesem Release eines Besseren belehrt. Liebhaber harter Sounds und psychedelischer Riffs haben es dagegen schon vor Jahren gewusst: Das Genre wird im Bereich der psychedelischen Musik künftig neue und vor allem härtere Maßstäbe setzen.

Progressive, Post und Proto – akustischer Fortschritt vs. traditioneller Sound

Die psychedelische Note spielt auch in einigen Progressive und Post Rock Kompositionen eine wichtige Rolle. Grundsätzlich war Psychedelic Rock hier schon immer eine gewisse Triebfeder für neuen Sound. Heutzutage mischt sich das progressive Musikgemenge allerdings auch häufig mit weiteren Klangelementen. Vor allem Folk, Punk, Noise und Hardcore machen aus dem einstmals so friedvollen Post Rock häufig einen aggressiven Post Metal. Der ist zwar immer noch äußerst atmosphärisch und verzichtet mitunter sogar auf die metaltypischen Growls, der Trend zeigt aber ganz klar eine Tendenz hin zu mehr Härte in der Post-Akustik. Bands wie ISIS, Neurosis, Red Sparrowes, Russian Circles oder Animals as Leaders gelten hier als federführend für einen Sound, der zwar teilweise auf harschen Gesang verzichtet, dafür aber nicht weniger extrem ist.

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Tipp: Den progressiven Klängen gegenüber steht übrigens ein weiterer Retro-Trend, der Nostalgiker unter den Musikfans sehr interessieren dürfte. Proto-Metal und Proto-Rock lassen Bands Green Lung neuerdings wie Unkraut aus dem Boden schießen. Die Jünger des klassischen Heavy Metal, besser bekannt als New Wave of British Heavy Metal oder NWoBHM haben zudem eine neue Welle des traditionellen Heavy Metal (kurz: NWoTHM) losgetreten. Es herrscht im Bereich des Rock und Metal also eine ausgewogene Mischung aus Fortschritt und Tradition.

Back to the Roots – Schamanische Meditationen zu Ritual Folk

Wesentlich ruhiger als an der Post, Prog und Psych Front geht es dieser Tage in der Folk Szene zu. Der jüngste Trend heißt hier Ritual beziehungsweise Shaman Folk. Es regieren meditative Klänge, die nach Balance und Einklang trachten. Dabei betreiben Genrevertreter teilweise schon fast archäologische Soundkonstruktion und versuchen den historischen Klang alter Schamanenmusik detailgetreu wiederzubeleben.

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Spätestens seit Bands wie Wardruna und Heilung vor einiger Zeit mit Nordic Folk die musikalischen Geister der Ahnen beschwörten, sind historische Musikinstrumente wie Schamanentrommeln oder die Tagelharpa längst keine Seltenheit mehr. Sie zum Ausdruck eines Musiktrends geworden, der sich auf die rituellen Wurzeln der Musik besinnt. Dabei sind nordische Klänge längst nicht die einzigen, die von Genrevertretern für ihre Kompositionen genutzt werden. Von indianischen über afrikanischen bis hin zu mongolischen Folk-Elementen hört man aus den Meisterwerken des Ritual Folk so einiges an kulturellem Erbe heraus. Stimmlich untermalt wird das Ganze dann gerne mit meditativem Kehlkopfgesang, der die musikalische Ritualzeremonie gebührend einleitet.

Wissenswert: Gerade im Corona-Jahr 2020 wurde der langsame Ambient Sound von Ritual Folk zu einer akustischen Zuflucht für viele, die im globalen Pandemiechaos nach geistiger Erholung suchten. Dementsprechend viele Neuveröffentlichungen drückten sich 2020 auch die Klinke in die Hand. Neben einer Singleauskopplung aus dem für 2021 angekündigten neuen Wardruna Album veröffentlichten auch Ritual Folk Bands wie Osi And The Jupiter, Nytt Land oder Skáld neues Material.

Schwarzromantisch und atmosphärisch – Dark Folk

Ergänzend zum nordisch geprägten Ritual Folk tritt jüngst auch das Schwestergenre namens Dark Folk vermehrt aus dem akustischen Schatten. Dark Folk, das ist häufig eine Mischung aus Neofolk, Country, Classic und Gothic Doom oder Gothic Rock, wobei Vertreter wie Darkher und Völur als Stilikonen des noch jungen Genres gelten. Schwere und melancholische Melodik sind dabei ebenso kennzeichnend für Dark Folk wie magische, fast schon sirenenartige Gesänge der überwiegend weiblichen Vokalisten. Gemeinsam mit Ritual Folk definitiv eine gute Kombination für eingehende Musikmeditationen im Jahr 2021.

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Musikempfehlungen zur Ritual Folk und Dark Folk

Ritual / Nordic Folk Wardruna, Heilung, Osi And The Jupiter, Nytt Land, Forndom, Danheim, Sowulo, Skáld
Dark Folk / Folk Doom Darkher, Völur, Chelsea Wolfe, Hexvessel, Byrdi, Anna von Hausswolff, Emma Ruth Rundle

Bildnachweise: Adobe Stock / Alliance, Amazon / AEG

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