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Wie viel Lärm schadet dem Gehör?

AEG StereoanlagenWir alle lieben Musik. Sie holt uns aus dem Bett, verschönert uns den Tag, treibt uns an oder kann uns auf der Stelle wieder beruhigen. Die Macht der Musik ist nicht zu unterschätzen, weshalb sie bei den meisten Menschen ein fester Bestandteil des Lebens geworden ist – sei es gehört oder selbst praktiziert. Doch einher mit der Musik kommt die Lautstärke, der sich jeder Hörer dabei aussetzt. Diese kann unserem Gehör schaden, wenn sie nicht richtig kontrolliert und eingestellt wird. Hinterher kann es sogar mehr Leid als Freude verursachen. Was der Lärm anrichten kann und worauf jeder Hörer achten sollte, wird in diesem Artikel einmal betrachtet.

Wie wird Lärm definiert und gemessen?

Wie viel Lärm schadet dem Gehör?Im Grunde genommen handelt es sich bei Lärm, Geräuschen oder Musik lediglich um Luftschwingungen, die auf sensible Hör-Nervenzellen und das Trommelfell treffen. Diese Schwingungen werden anschließend an das Gehirn weitergeleitet und in Information umgesetzt. Die Energiemenge, welche ein Schall oder eine Schwingung dabei aufweist, ist verantwortlich wie laut oder leise wir den „Lärm“ wahrnehmen. Je weniger Energie, desto leiser erscheint etwas. Die Lautstärke wird dabei in Dezibel – kurz: dB – gemessen. Das Maß ist dabei der Schalldruckpegel.

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Lautstärken bei 50 dB werden für den Höher als angenehm empfunden. Bei 100 dB wird es für das Gehör schon recht unbehaglich. Bei einem noch höheren Schallpegel, wie 120 dB ist bereits die Schmerzgrenze erreicht.

Um dies zu vergleichen und Ihnen ein Gespür dafür zu geben, in welchen Kreisen sich alles bewegt, ein paar Zahlen. Die normale Gesprächslautstärke liegt hierzulande bei rund 40 bis 60 dB, wohingegen normale Hintergrundgeräusche bei 20 bis 40 dB liegen. Vorbeifahrende Autos im Straßenverkehr können schon 60 bis 80 dB erreichen. Laut der Weltgesundheitsorganisation gilt eine Lautstärke von 85 dB als schädlich. Nur 5 dB weiter, also bei 90 dB liegt bereits ein Presslufthammer.

Hinweis: 100 dB ist übrigens nicht doppelt so laut wie 50 dB. Gefühlt hat bereits bei einem Anstieg von 10 dB für den Hörer eine Verdopplung des Lärms stattgefunden. Das bedeutet, dass bereits 60 dB sich doppelt so laut anhören wie 50 dB.

Auswirkungen von Lärm auf Kinder und Erwachsene

Setzen Sie zu sich zu lange zu viel Lärm aus, kann das gravierende Schäden für Ihr Gehör bedeuten, auch wenn das kein Teenager mit Stöpseln in den Ohren hören möchte. Bereits kleine Lärmbelästigungen sind womöglich für das Gehör und letztendlich sogar für die Gesundheit und den Körper schädlich.

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Was das für Jung und Alt bedeuten kann, verdeutlicht die folgende Tabelle:

Schallpegel ab Mögliche Auswirkung
40 dB Konzentrations- und Lernstörungen
60 dB Nach längerer Einwirkung Hörschäden möglich
65 dB Nach längerer Einwirkung 20 % erhöhte Gefahr auf Herz- Kreislauf-Erkrankungen
85 dB Beschädigungsbereich
120 dB Bereits nach kurzer Einwirkung Hörschäden zu verzeichnen

Die Auswirkungen kommen selten auf einen Schlag, sondern sind die Folgen eines schleichenden Prozesses. Besonders auf lauten Arbeitsplätzen oder in der Nähe solcher, sollte daher auf einen genügenden Schutz geachtet werden. Dasselbe gilt auch bei der Benutzung von Stereoanlagen, sowie beim Verwenden von Kopfhörern und Stöpseln. Auch Stereoanlagen, mp3-Player, Smartphones und Co können Lautstärken bis zu 100 dB erreichen.

Hinweis: Die Lautstärke sollte jedoch nicht das empfohlene Maximum überschreiten, sonst könnte dies auf Dauer Ihrem Gehör schaden.

Was genau mit dem Gehör passiert

Die Schallwellen beeinträchtigen die vielen kleinen Haarzellen im Innenohr, die eine sehr wichtige Rolle beim Hören einnehmen. Durch die eintretenden Schallwellen werden diese „umgeweht“ und plattgedrückt. In der Regel richten sie sich hinterher wieder auf. Sollten es einige Haarzellen nicht tun, ist der Schaden da.

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Ein natürlicher Schutzmechanismus, den wahrscheinlich jeder schon einmal erlebt hat, ist die zeitweise Schwellenverschiebung. Diese tritt häufig nach Konzerten auf oder nach einem Abend im Club mit lauter Musik. Bekommen die Haarzellen im Ohr zu viel Lautstärke ab, quasi eine Überdosis, dann hören wir hinterher alles dumpf – das Gehör ist demnach eingeschränkt. Dieser kurzfristige Hörverlust gibt sich jedoch in den darauffolgenden Stunden wieder.

Sollte das Gehör jedoch zu oft zu hohem Lärm ausgesetzt sein, kann es allerdings zu einer permanenten Schwellenverschiebung kommen. Das bedeutet dann einen dauerhaften Hörverlust. Sollte es sogar zum Reißen der Zellen kommen, ist der Hörschaden irreparabel.

Musik besser über Kopfhörer oder die Anlage hören?

Auch wenn dies Eltern nur ungern hören, für den Nachwuchs ist es besser, wenn dieser seine Musik über die Stereoanlage genießt. Zwar werden die Geräusche eines Kopfhörers nach außen hin gedämpft, aber nach innen zum Ohr nicht, so der Hals-Nasen-Ohren-Arzt Assen Koitchev. Wird die Musik dauerhaft über 85 dB angespielt, könne das Gehör deutlich Schaden nehmen.

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Ist die Stereoanlage im Haus zu laut, könne sich der Rest der Familie einschalten und wieder für eine angemessene Lautstärke sorgen, werden jedoch Kopfhörer oder Stöpsel getragen, kann eine zu hohe Lautstärke nur schwer von Außenstehenden beurteilt werden. Allerdings gibt es mittlerweile viele Hersteller, welche die maximale Lautstärke, aufgrund der EU-Richtlinien, runterdrosseln. Dennoch ist Schadenspotenzial da.

Bezüglich Kopfhörer sind In-Ear Ohrstöpsel übrigens weniger zu empfehlen, als Over-Ear-Kopfhörer. Je näher die Lärmquelle am Trommelfell ist, desto schädlicher wirkt sie sich aus. Das ist bei In-Ear-Ohrstöpseln damit eher der Fall. Außerdem pressen sie das Ohrenschmalz häufig noch zusätzlich in den Gehörgang. Damit kann sich ein Pfropfen bilden, der zusätzlich das Gehör beeinträchtigt.

Wie können Sie Ihr Gehör vor zu viel Lärm schützen?

Musik in zu hoher Lautstärke zu genießen mag für Teenies zwar cool wirken, schlau ist es jedoch nicht. Es ist dennoch möglich seine Lieblingsmusik zu zelebrieren, ohne dass die Ohren dabei Schaden nehmen. Hier ein paar Tipps und Anregungen, wie Sie dies tun können:

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  • Den Lärmpegel der Stereoanlage, Smartphone & Co nicht dauerhaft höher als 85 dB halten
  • Bei Kopfhörern den Pegel besser auf Minimum halten
  • Nicht zu nah an den Lautsprecherboxen aufhalten
  • Bei einer lauten Umgebung, wie einem Konzert, besser leichte Ohrenstöpsel verwenden
  • Sich eine musikfreie Pause von mehreren Stunden (mind. 10 Stunden) gönnen
  • Besser Over-Ear Kopfhörer als In-Ear-Stöpsel verwenden

Eine weitere gute Maßnahme ist, Ihr Gehör regelmäßig abchecken zu lassen. So kann ein Hörverlust rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Dies sollte besonders für Menschen interessant sein, die lange laute Musik hören bzw. ihr aufgrund verschiedener Umstände ausgesetzt sind.

  • es gibt viele Möglichkeiten sich gegen Lärm zu schützen
  • das Hören für die Stereoanlage ist für die Ohren besser, als Stöpsel
  • wer auf wenig Lärm achtet, dem wird sein Gehör auf Dauer dankbar sein
  • laute Musik von der Stereoanlage kann den Rest der Familie, als auch die Nachbarn stören

Bildnachweise: Adobe Stock / Dennis, Amazon/ AEG

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